Sieben Gründe, warum Sie Ihre Daten im Griff haben sollten

Fast alle Unternehmen in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten heute mit Daten. Nicht alle wissen aber, wie man mit diesen richtig umgeht – zur Sicherheit der Kunden und zum Nutzen des Unternehmens. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie mithilfe von Data Governance Ihre Daten im Griff haben und die Effizienz Ihres Unternehmens erhöhen.

Data Governance ist die Gesamtheit der Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse für das qualitätsorientierte Management der Daten. Gemäß dieser Definition ist der Gegenstand von Data Governance mehr als die Verbesserung der Datenqualität. Es geht um unternehmensweites Management der Daten – als Unternehmensressource, das heißt um die Beteiligung an fachlichen und strategischen Implementierungen durch die Bank-IT, Einführung und Durchsetzung von „Best Practices“ inklusive standardisierter Datenmodelle, Definitionen, Regeln und Geschäftsprozesse.

Die Auseinandersetzung mit Data Governance findet unter anderem in der Finanzbranche statt. Die Branche ist heutzutage besonderen Wettbewerbsbedingungen ausgesetzt. Disruptive Geschäftsmodelle kommen auf den Markt. Neue Wettbewerber wie Ebay, PayPal, Amazon, Check24, Apple oder Google bieten Services im Bereich Banken und Versicherungen an, die vor allem auf deren umfangreichen Datenbestand und dem klugen Einsatz personenbezogener Daten basieren.

Bei einer starken Data Governance wissen die Banken und Versicherungen, welche Daten in welcher Qualität, in welcher Form und in welchen Teilen des Unternehmens vorliegen, wie sie verarbeitet und von wem sie wofür genutzt werden. Somit können sie diesen Schatz auch in vollem Umsatz nutzen und den Newcomern auf Augenhöhe entgegentreten.

Die eigenen Daten kennen

Zweifellos war die Datenschutzgrundverordnung ein Weckruf – auch für Banken und Versicherungen. Als die DSGVO im Mai 2018 umgesetzt sein sollte, realisierten viele Unternehmen, die personenbezogene Daten besaßen und nutzten, dass sie diesen Termin nicht wirklich auf dem Schirm hatten. Zwei Jahre zuvor, im Mai 2016, trat die neue europäische Datenschutzgrundverordnung in Kraft.

Ein Weckruf für starke Data Governance im Finanzsektor

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Probleme hatten vor allen die Unternehmen, die ihre Data Governance nicht im Griff hatten. In aller Schnelle musste jetzt im Unternehmen erkundet werden, welche Daten eigentlich vorhanden waren, auf die diese Verordnung zutraf, wie damit umgegangen wurde und was notwendig war, um den Umgang mit den Daten an die Rechtslage anzupassen. Schließlich drohten bei einem Verstoß gegen die EU-Richtlinie hohe Strafen.

Das schließt alle Unternehmensbereiche ein, vom Rechnungswesen über das Controlling, Treasury bis zum Risikomanagement und zur Kundenansprache. Finanzreports zum Beispiel müssen nach International Financial Reporting Standards, EZB-Vorgabe und vielen anderen Regeln im Rahmen der Bankenregulierung erstellt werden. Grundlage hierfür sind Daten. Jede Änderung der Kontenpläne erfordert die Aktualisierung und Zuordnung dieser Daten und ein reibungsloses Schnittstellenmanagement.

Daten – der Rohstoff der 21. Jahrhunderts

Schon jetzt den richtigen Umgang mit Daten zu praktizieren ist einmal mehr das Gebot der Stunde, da Daten für die Strategien von Finanzinstituten und Versicherungen und deren Umsetzung eine immer größere Rolle spielen. Wie die Studie “Data Age 2025. The Digitalization of the World” des internationalen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC zum weltweiten Datenwachstum bis 2025 feststellt, wächst die globale Datenmenge von 33 Zettabyte im Jahr 2018 auf 175 Zettabyte bis 2025. Im Jahr 2025 wird jede mit dem Internet verbundene Person mindestens alle 18 Sekunden eine Dateninteraktion durchführen.

Zweifellos gilt: Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Finanzinstitute, die Daten effektiv nutzen, können Geschäftswerte freisetzen – aber nur, wenn die Risiken, die diese riesigen Datenmengen mit sich bringen, beherrscht werden. Auch dafür braucht es Data Governance.

Oben auf der Liste der Risiken

Gartner, ein weiteres renommiertes Research- und Beratungsunternehmen im Bereich IT, nennt zum Beispiel in seinem Hot-Spots-Bericht vom 15. November 2018 datenbezogene Probleme als eines der Top-2019-Risiken für die interne Revision. „Cybersecurity, Data Governance, Drittanbieter und Datenschutz stehen ganz oben auf der Liste der Risiken“, sagt Malcolm Murray, VP, Team Manager bei Gartner.

Die wichtigsten Daten- und Analyserisiken, die Audit-Führungskräfte im Jahr 2019 betreffen, sind laut Murray neue Datenschutzbestimmungen und Verstöße gegen den Datenschutz. Obwohl datengesteuerte Geschäftsstrategien erforderlich sind, um die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, verfügten laut Gartner nur 37 Prozent der Unternehmen über formale Datenverwaltungsrahmen.

Die nächsten Aufgaben

Data-Governance-Frameworks aber sind eine Voraussetzung, um die Risiken zu minimieren, die durch Sicherheitsbedrohungen und Datenschutzprobleme verursacht werden. Unternehmen können ein solches Regelwerk entwickeln, indem sie zuerst die Datenbestände im gesamten Unternehmen erfassen und Richtlinien zur Datenklassifizierung festlegen. Ein wichtiger Aspekt ist die Schulung der Mitarbeiter beim Umgang mit den Daten. Nicht nur der Datenschutz sollte bei allen Verantwortlichen präsent sein – auch die Bewertung der Qualität und die vielfältigen Möglichkeiten der Daten in der Gesamtstrategie des Unternehmens und demzufolge in den einzelnen Bereichen wie Buchhaltung, Accounting, Controlling, Riskmanagement oder Marketing.

Optimal werden Daten genutzt, wenn ein Finanzinstitut oder eine Versicherung eine führende Stellung im Bereich digitale Transformation einnimmt. Um dies zu erreichen, muss die Kultur der Digitalisierung von der Unternehmensführung vorangetrieben werden, die eine sehr genaue Vorstellung davon haben muss, wie die Daten eingesetzt und monetarisiert werden können.

Fazit: Sieben Gründe für den Einsatz von Data Governance

Wie aus der Übersicht hervorgeht, gibt es mehrere Gründe, Data Governance in Finanzinstituten oder Versicherungen besondere Beachtung zu schenken. Die wichtigsten sind zweifellos:

  1. Die Menge der Daten, die Sie in den nächsten Jahren zu verwalten haben, wächst rasant. Nur mit Data-Governance behalten Sie den Überblick.
  2. Rechtliche Anforderungen an den Umgang mit Daten werden strenger. Ständig neue Verordnungen zwingen Sie zur ständigen Umstrukturierung und Zuordnung Ihrer Daten. Nur mit Data Governance erfüllen Sie diese Anforderungen. Data Governance ist die Voraussetzung für Data Compliance. Sie beugen damit Gesetzesverstöße und Problemen mit Behörden vor und erfüllen alle Anforderung an den Datenschutz.
  3. Mit Data Governance mindern Sie das Risiko, dass Daten im Unternehmen wissentlich oder unwissentlich missbraucht werden. Auch schützt der richtige Umgang mit den Daten vor Cyberkriminalität.
  4. Data Governance steigert die Effizienz des Unternehmens. Sie arbeiten wesentlich schneller, wenn die richtigen Informationen in Form von Daten jederzeit zur Verfügung stehen. So sparen Sie Kosten.
  5. Data Governance wird die Hierarchien Ihres Unternehmens verändern und an die Anforderungen der Zukunft anpassen.
  6. Mit Data Governance gewinnen Sie neue Kunden. Mit der Qualifizierung Ihrer Daten erhöht sich auch Ihre Fähigkeit, Informationen richtig zu interpretieren und zur Kundenansprache einzusetzen.
  7. Durch Data Governance machen Sie Ihre Daten zu Geld.